Kompost

Kompost – das Gold des Gärtners

 

Kompost wird auch das schwarze Gold des Gärtners genannt. Doch was ist Kompost eigentlich?
Unter  Kompostierung versteht man einen Vorgang, bei dem aus organischen Materialien pflanzlicher und tierischer Herkunft durch Einwirkung von Bodenorganismen, Luftsauerstoff und Feuchtigkeit verschiedene Humusformen entstehen.

Humus nennt man alle Zwischen- und Endprodukte des Ab- und Umbauvorganges aller abgestorbenen Pflanzen- und Tierreste im Boden. Humus ist das Bindeglied zwischen Leben und Tod, zwischen Lebewesen und mineralisierten Nährstoffen. Ohne Humus gibt es kein Leben im Boden.

Die Kompostierung geht in drei Phasen vor sich, nämlich der Heißrotte (Abbauphase), der Hauptrotte (Umbauphase) und der Nachrotte (Aufbauphase). Bei der Heißrotte werden im Inneren des Kompost die höchsten Temperaturen erreicht. Die Wärme wird durch die Energiefreisetzung erzeugt, die durch die Stoffwechseltätigkeit von Bakterien hervorgerufen wird. Neben Bakterien und Pilzen sind chemische Prozesse in den Pflanzenzellen für die Zerlegung des Pflanzenmaterials verantwortlich. Werden Thermokomposter verwendet, wird der Prozess der Heißrotte beschleunigt und es werden Temperaturen bis zu 70 Grad erreicht. Wildkrautsamen und Keime werden bei diesen Temperaturen abgetötet. Während der Heißrotte verringert sich das Volumen des Kompostes bereits stark. Am Ende der Heißrotte, die ca. 3 bis 4 Wochen dauert, steht bereits Frischkompost zur Verfügung, der sehr gut geeignet ist zum Mulchen von Baumscheiben, unter Beerensträuchern und Hecken. Er hat positive Auswirkungen auf Starkzehrer wie Kartoffeln und Tomaten und ist oberflächlich anzuwenden.

Je länger der Rotteprozess voranschreitet, desto größer sind die beteiligten Lebewesen. In der Hauptrotte kommen Asseln, Milben und Springschwänzchen hinzu, die das Pflanzenmaterial weiter umbauen. Die Temperatur im Kompost sinkt auf 25 Grad. Diese Phase hat eine Dauer von 2-6 Wochen.

Während der Nachrotte werden durch die Verdauungs- und Grabungstätigkeiten von Lebewesen wie dem Regenwurm oder dem Tausendfüßler organische und mineralische Bestandteile vermischt. Diese Phase dauert in etwa 3-6 Monate. Das Ergebnis ist dunkler, krümeliger und vor allem nährstoffreicher Kompost.

Nicht auf den Kompost gehören Fremdstoffe wie Glas, Metall, Kunststoffe, Textilien, Materialien mit Schadstoffgehalten, Kohleasche, Straßenkehricht, Wurzelunkräuter und Fleischreste.

 

Vorteile des Kompostierens

  • Abfallvermeidung: Bioabfälle landen weder im Restmüll noch müssen sie über die Biotonne separat entsorgt werden.
  • Klimaschutz: Bei selbst kompostiertem Dünger fallen keine Kohlendioxidemissionen für Produktion und Transport wie bei synthetischen Düngern, Pflanzenerden oder Pflanzenschutzmitteln an.
  • Naturschutz: Kompost kann Torf im Garten ersetzen und schützt somit die Moore.
  • Natürlicher Dünger: Kompost liefert natürliche Nährstoffe, von denen die Pflanzen nur so viel aufnehmen, wie sie benötigen. Kein Nitrat wird ins Grundwasser ausgeschwemmt.
  • Bodenverbesserung: Kompost hat eine hohe Speicherfähigkeit für Wasser und sorgt für eine gute Durchlüftung des Bodens.
  • Schädlingsabwehr: Mit Kompost gedüngte Pflanzen sind widerstandsfähiger gegenüber Schädlingen.

 

Hauptkriterien der Kompostierung

C/N - Verhältnis

Das optimale Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff liegt bei 30 : 1. Dieses Verhältnis ist am günstigsten für die Mikroorganismen im Boden. Je weiter das Verhältnis wird (z. B. 200 : 1), umso langsamer geht die Rotte vonstatten. Bei sehr engen Werten (z .B. 10 : 1) entstehen hohe Stickstoffverluste bei der Umsetzung.

Materialien Verhältnis
Grünschnitt aus dem Garten 40 : 1
Laub 50 : 1
Rasen (frisch gemäht) 12 - 20 : 1
altes Mähgut 20 - 30 : 1
Obst 80 - 90 : 1
Gemüse 20 : 1
Küchenabfälle 15- 30 : 1
Stroh 100 : 1
Rinde 100 - 130 : 1
Sägemehl 400 - 500 : 1

Je grüner und saftiger das Material, desto mehr Stickstoff enthält es.
Je brauner, älter und holziger das Material ist, desto weniger Stickstoff enthält es.

Feuchtigkeit

Für das Leben der Mikroorganismen ist Wasser unbedingt nötig.
Feuchtigkeiten um 50% sind ideal.
Sinkt der Wassergehalt, verlaufen die biologischen Vorgänge verlangsamt ab.
Oberhalb 60% Wasser kommt es zu anaeroben Prozessen (Fäulnisbildung)

Luft / Sauerstoff

Eine ausreichende Luftzufuhr ist unerläßlich
Sie steht im unmittelbarem Zusammenhang mit der Feuchte, der Materialstruktur und der Rotteführung.

Struktur

Durch gezielte Zugabe von Strukturmaterial wie Äste und verholzte Stauden, können die vorherigen Punkte positiv verbessert werden. Strukturmaterialien sollen zerkleinert zugesetzt werden (Angriffsfläche für Bakterien).
Bei engen C/N - Verhältnissen ist die Zugabe von Strukturmaterial besonders wichtig.

Vorgehensweise

  • Materialien sammeln (Rotteboxen)
  • mundgerecht für die Bodenorganismen zerkleinern
  • mischen (auf C/N - Verhältnis achten)
  • evtl. Zusatzstoffe zu Verbesserung zusetzen
  • aufsetzen (freie Miete oder geeigneter Behälter)
  • wenn nötig anfeuchten
  • Oberfläche bedecken gegen Austrocknung bzw. zuviel Regenwasser

 

Kompoststarter und Kompostbeschleuniger sind entbehrliche Produkte, es reicht das Zusetzen von Reifekompost (alter Bestand), bzw. das Anlegen der Kompostmiete, des Komposthaufens an der gleichen Stelle wie zuvor. Bei Neuanfängen ist u. U. die Anwendung von Bakterienpräparaten ratsam. Ein einfaches Mittel um die Bakterien in Schwung zu bringen besteht darin einen Würfel Hefe (Bäckerhefe) und 500 Gramm Zucker in 10 Liter handwarmen Wasser zu lösen und damit den Komposthaufen zu überbrausen.

 

 

 

 

 

 

 

Homepage zuletzt bearbeitet am: 12.02.2018